GmbH-Geschäftsführer: Selbstständiger Berater oder angestellter Arbeitnehmer?

(Bonner Presseblog) Benötigt ein GmbH-Geschäftsführer einen Anstellungsvertrag oder kann er die Geschäftsführung auf der Grundlage eines Beratervertrags ausüben? Welche steuerlichen Vorteile und Risiken sind damit verbunden? Kann er neben seinem Anstellungsvertrag zusätzlich einen Beratervertrag abschließen? Die Steuerfachzeitschrift GmbH-Steuerpraxis (VSRW-Verlag in Bonn) hat eine Analyse der Rechtsprechung zu diesen Fragen veröffentlicht.

Der Geschäftsführer als Berater
Der Normalfall ist: Der Geschäftsführer in Angestellter seiner GmbH. Unter bestimmten Umständen kann es aber vorteilhaft sein, wenn der Geschäftsführer gegenüber der GmbH als selbstständiger Unternehmer auftritt. Seine Dienstleistungen als Geschäftsführer kann er dann gegen Entgelt und mit Umsatzsteuerausweis abrechnen. Dass er als Geschäftsführer gesellschaftsrechtlich ein weisungsabhängiges Pressemitteilung
Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs (BFH) liegt eine selbstständige Tätigkeit immer dann vor, wenn sie auf eigene Rechnung und eigene Verantwortung ausgeübt wird. Dabei ist nach ständiger Rechtsprechung das „Gesamtbild der Verhältnisse“ maßgebend. Vertrag und Aufgaben als GmbH-Chef müssen bestimmte Merkmale erfüllen, die für eine selbstständige Tätigkeit und gegen eine Angestelltentätigkeit sprechen. Dies hat der BFH mit Urteil vom 20.10.2010 (Az. VIII R 34/08) bestätigt.

Die Selbstständigkeit hat für den Geschäftsführer Auswirkungen:
– Als Selbstständiger ist er nicht sozialversicherungspflichtig und kann nach seinen Vorstellungen für seine Altersvorsorge sparen.
– Als Unternehmer kann er Vorsteuerabzug aus allen Aufwendungen geltend machen, die mit der Geschäftsführertätigkeit in Zusammenhang stehen.
– Als selbstständiger Berater entzieht er sich der Diskussion mit dem Finanzamt, ob ein Arbeitszimmer oder Büroraum im eigenen Haus steuerlich abzugsfähig ist.
– Als Unternehmer unterliegt er jedoch möglicherweise der Gewerbesteuer, die er allerdings bei seiner Einkommensteuer im Rahmen des § 35 EStG anrechnen kann.

Beratervertrag des Geschäftsführers neben dem Anstellungsvertrag
Es ist auch steuerlich anerkannt, dass ein Geschäftsführer für ein bestimmtes Beratungsfeld (zum Beispiel Softwareberatung) oder eine bestimmte wirtschaftliche Tätigkeit (etwa als Subunternehmer der GmbH) einen separaten zusätzlichen Vertrag mit der GmbH abschließen kann. Wichtig in allen Fällen: Der Vertrag muss fremdüblich sein. Das heißt, die Konditionen des Vertrags müssen so gestaltet werden, wie sie auch unter fremden Dritten üblich sind. Dabei schaut das Finanzamt vor allem auf die Vergütung der Leistungen.

Fehlerquellen bei Beraterverträgen nach Ausscheiden aus der GmbH
Besonders beliebt sind Beraterverträge bei der Unternehmensnachfolge. Geschäftsführer, die ihre aktive Geschäftsführertätigkeit auf den Nachfolger übertragen haben, können der GmbH das Knowhow durch einen Beratervertrag erhalten. Doch auch hier schaut das Finanzamt genau hin, ob der Vertrag nicht eher der Aufstockung der Pension dient ohne wirkliche Gegenleistung – und damit eine verdeckte Gewinnausschüttung ist. Ein Überblick über die Rechtsprechung zeigt, welche Fehler man bei der Gestaltung eines Beratervertrags vermeiden sollte.

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