Bonn: Trinkwasser für Bonn und Umgebung: Aktuelle Daten zur Wasserhärte

Bild zum Text(Bonner Wirtschaftsblog) – Bonn: Der Wahnbachtalsperrenverband (WTV) produziert in zwei Wasserwerken Trinkwasser für rund 800.000 Verbraucher und beliefert 18 Städte und Gemeinden im Rhein-Siegkreis sowie im Kreis Ahrweiler mit insgesamt jährlich ca. 42 Millionen Kubikmeter. Größter Abnehmer ist die Bundesstadt Bonn. Der WTV veröffentlicht jährlich wichtige Daten zum Trinkwasser, zum Beispiel zu Wasserhärten und Beschaffenheit.
 
Im Wasserwerk Siegburg-Siegelsknippen wird Wasser aus der Wahnbachtalsperre sowie Grundwasser aus dem Hennefer Siegbogen aufbereitet und als Mischwasser abgegeben. Dieses Wasser wird im östlichen Versorgungsgebiet verteilt. Im Wasserwerk Sankt-Augustin Meindorf wird Grundwasser aus der Siegniederung aufbereitet und mit Wasser aus dem Wasserwerk Siegelsknippen gemischt. Dieses Wasser wird in das Versorgungsgebiet der Bundesstadt Bonn abgegeben. Das westliche Versorgungsgebiet erhält überwiegend Wasser vom Wasserwerk Siegelsknippen, das zur Deckung des Verbrauchs mit entsprechenden Mengen an Wasser aus dem Wasserwerk Meindorf ergänzt wird.

Wasserhärten des Trinkwassers

Die Wasserbeschaffenheiten der drei Mischwässer unterscheiden sich in ihren Mineraliengehalten nur geringfügig. Sie liegen normalerweise im Härtebereich „weich“ und benötigen bei der Anwendung von Wasch- und Reinigungsmitteln nur die unterste Dosierung. In den Jahren 2008 und 2009 ist diese Situation anders. Für die Sanierung der Dichthaut des Dammbauwerks der Wahnbachtalsperre wurde im Jahr 2008 der Wasserspiegel des Stausees erheblich abgesenkt, so dass ab 24. Juni des vergangenen Jahres das weiche Talsperrenwasser nicht mehr zur Verfügung stand. Die Versorgung erfolgt seitdem mit den etwas härteren Wässern aus den Grundwasservorkommen Hennef und Meindorf. Seit Juli 2008 ist daher ein höherer Härtegrad des Trinkwassers die Folge (Tabelle siehe hier:). Weil die Füllung der Talsperre von der Menge der Niederschläge abhängt, wird diese Situation voraussichtlich bis Mitte 2009 andauern, so dass sich die folgenden Zeiträume für die zu erwartende Härte des Trinkwassers ergeben.

Bakteriologische und chemisch-physikalische Wasserbeschaffenheit

Das Wasser wird in den Wasserwerken bei Produktion und Abgabe ständig mit automatischen Messgeräten überwacht und vom Labor des WTV regelmäßig untersucht. Auch im gesamten Versorgungsnetz werden wöchentliche und monatliche bakteriologische und chemisch-physikalische Untersuchungen der Wasserbeschaffenheit ausgeführt.

Alle Untersuchungsbefunde werden monatlich an die Gesundheitsämter des Rhein-Sieg-Kreises, der Bundesstadt Bonn und des Landkreises Ahrweiler mitgeteilt. Auch jedes belieferte Versorgungsunternehmen erhält monatlich die betreffenden Daten.

Die Untersuchungsbefunde zeigten, dass die chemische und bakteriologische Beschaffenheit des vom WTV gelieferten Trinkwassers stets die Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) erfüllen bzw. die nach TrinkwV zugelassenen bzw. geforderten Werte eingehalten bzw. unterschritten werden. Aus der Vielzahl der einzelnen Untersuchungsbefunde wurden die Analysen-Tabellen im Anhang erstellt. (hier:)

Angegeben sind die Mittelwerte und Standardabweichungen der Ergebnisse der regelmäßigen Trinkwasseranalysen im Jahr 2008. Die Häufigkeit der jeweiligen Untersuchungen ergibt sich aus der rechten Spalte. Der Bezug zu den Vorgaben der Trinkwasserverordnung wird durch die Zuordnung der Parameter in Spalte 2 gegeben. In Spalte 3 sind die festgelegten Grenzwerte aufgeführt, mit denen eine Bewertung der Analysenwerte vorgenommen werden kann.

Da bis Ende Juni 2008 überwiegend Talsperrenwasser genutzt wurde, während anschließend nur noch Grundwasser verfügbar war, waren die wasserchemischen Beschaffenheiten in den beiden Jahreshälften verschieden. Deshalb sind die entsprechenden Daten in den zwei ersten Tabellen angegeben. Die Beschaffenheit hinsichtlich der Spurenstoffe und bak-teriologischen Parametern war davon nicht betroffen. Diese Daten sind in der dritten Tabelle zusammengestellt.(k-red)

Kommentare

Im Trinkwasser Deutschlands sind oft Fäkalien. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit warnt: „Grenzwertüberschreitungen bei Fäkalkeimen der Trinkwasserverordnung sind in 25%, im Sommer sogar in 33% der Trinkwasserproben. Im Grund- und Trinkwasser Bayerns werden regelmäßig Legionellen nachgewiesen.“ Anderswo in Deutschland wird das kaum anders sein. Das Umweltbundesamt UBA publizierte schon im März 2007, dass seit Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung über häufigere Grenzwertüberschreitungen bei coliformen Bakterien geklagt wird. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hat 2007 über eine stabile und aktive Bakterienpopulation im Trinkwasser der Harzwasserwerke in Braunschweig berichtet. Professor Dr. med. Martin Exner, Hygiene-Institut der Universität Bonn und Vorsitzender der Trinkwasserkommission von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, hat mehrfach Enterobacter cloacae im aufbereiteten Trinkwasser aus Talsperren gefunden. Das UBA hat bei Berliner Trinkwasseraufbereitungsanlagen nachgewiesen, dass deren Virusfiltration im Mittel 10.000-fach geringer ist als dies die Trinkwasserrichtlinie der Weltgesundheitsorganisation WHO bei Oberflächenwasser seit 2004 fordert. Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat in fertig aufbereiteten Trinkwässern aus der Region Aachen humane Rotaviren mit einer Positivenrate von 20% gefunden.

Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann, Vorstand im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz BBU e.V.: „Das Liefern von Trinkwasser mit Krankheitserregern ist ein Straftatbestand! Wasserwerke mit der üblichen veralteten Technik können Krankheitserreger nicht umfassend filtern oder abtöten. Trinkwasser enthält oft Bakterien, Parasiten und Viren. Deshalb muss das Trinkwasser mit der Ultrafiltration für rund einen halben Euro pro Person und Monat aufbereitet werden. Machen Sie Ihrem Wasserversorger Dampf!“

soddemann-aachen@t-online.de
http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren

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